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17.01.2019

Andreas Lerch ist IST-Hotelbetriebswirt und General Manager in Österreich.

„Fast jeder trägt das Potenzial für eine Führungsposition in sich“

Andreas Lerch ist eigentlich Diplom-Sportwissenschaftler, hat aber bereits im Jahr 2000 die IST-Ausbildung zum Touristikmanager absolviert und in den letzten Jahren noch die Weiterbildungen „F&B Manager“ sowie „Hotelbetriebswirt“ draufgesattelt. Einige Jahre war er als Hotelmanager auf Kreuzfahrtschiffen tätig und ist heute Deputy General Manager in der Pierre & Vacances Center Parcs Group in Niedersachsen. Er hat, wie seine Lebensgefährtin, eine außergewöhnliche Karriere gemacht, die sich viele andere nur wünschen können. Und es geht für ihn immer weiter.

Wie kam es eigentlich dazu, dass Sie als Sportwissenschaftler in den Tourismus eingestiegen sind?
Andreas Lerch:
Hier muss ich ein wenig ausholen. Nach dem Abitur habe ich erstmal als Sportanimateur gearbeitet und auch neben dem Studium der Sportwissenschaften an der TU München immer wieder als Animateur in der Türkei gejobbt. Der dortige Clubchef entwickelte sich dabei ein klein wenig zu meinem Mentor und ich konnte sehr gut von seinem Wissen profitieren. Hier wurden mir auch erste Führungsaufgaben anvertraut. Ich fand den Tourismus so spannend, dass ich die damalige Weiterbildung zum Touristikmanager am IST gemacht habe.

Allerdings stand bei mir immer noch der Sport an erster Stelle und so habe ich erstmal berufliche Erfahrungen im Fitnessbereich gesammelt. 2003 gründete ich mit drei Kommilitonen das Vivamus-Institut und wir entwickelten zeitgemäße und zukunftsorientierte Trainingskonzepte für Fitnessstudios, boten Personal Training an und konzipierten schließlich Deutschlands erstes Personal Training-Studio.

Nachdem ich fünf Jahre ein Fitnessstudio in München geleitet hatte, folgte der erste Job auf einem Schiff: Ich wurde Health Club Supervisor, später dann Spa-Direktor auf der Mein Schiff von Tui Cruises. Es folgten kürzere Einsätze als Spa-Direktor in der Schweiz und am Mittelmeer, bevor ich 2011 bei A-Rosa als Cruise-Manager anfing. Dort stieg ich zum ‚Head of Spa and Sport‘ auf und leitete mit einer Kollegin den Spa- und Sport-Bereich der elf Schiffe. Controlling und konzeptionelles Arbeiten mit dem Fokus auf Qualität und Revenue innerhalb eines Multi-Unit-Konzerns standen erstmals im absoluten Fokus meines Handelns. Als ich dann vertretungsweise den Job des Hotelmanagers übernahm, erkannte ich sofort die Chance, mich weiterentwickeln zu können.

Nach Absprache mit dem Senior Operations-Manager machte ich die IST-Weiterbildung zum F&B-Manager, was nach weiteren kurzen Einsätzen als Hotelmanager dazu führte, dass ich ab März 2015 mein eigenes Schiff innerhalb der Flotte leiten durfte. Nach weiteren zwei Jahren nahm ich nochmal einen Wechsel zu einer amerikanischen Reederei vor, um mir hier ein wenig mehr internationale Kenntnisse anzueignen. Im gleichen Jahr bemerkte ich, dass ich gern Landluft schnuppern würde und begann Bewerbungen für einen Job an Land zu schreiben.

Ich beschloss, das Aufbaumodul zum Hotelbetriebswirt zu beginnen, um bei den Bewerbungen ein weiteres qualitatives Argument zu meiner Einstellung zu haben. Im Oktober 2017 begann ich dann als Deputy General Manager im Center Parcs Bispinger Heide. Ein erneuter Umzug steht aber kurz bevor. Ich werde ab März ein Hotel in Dornbirn/Österreich als General Manager leiten.    


Als Sportwissenschaftler fehlen einem ja eigentlich kaufmännische Grundlagen, um im Hotelmanagement Karriere machen zu können. Waren die Weiterbildungen quasi der „Tür-Öffner“ für Sie?

Andreas Lerch:
Um in einer leitende Position tätig sein zu können, bedarf es ganz unterschiedlicher Instrumente, Fähigkeiten und Erfahrung. Ich bin davon überzeugt, dass so gut wie jeder das Potenzial dazu in sich trägt und dies auch erlernen kann. Ob die Weiterbildungen nun tatsächlich das I-Tüpfelchen waren, kann ich nicht sagen. Ich bin mir jedoch sicher, dass meine Karriere ohne die Weiterbildungen insgesamt langsamer und umständlicher verlaufen wäre. Fachwissen ist in bestimmten Bereichen unerlässlich und kann durch die Praxis zwar vermittelt werden, jedoch gibt es immer wieder während einer Weiterbildung ‚Aha‘-Momente, durch die der entscheidende Schritt getätigt werden kann.  


Man könnte denken, als Hotelmanager ist man beruflich am Ziel angekommen. Sie wollten aber die Karriereleiter noch weiter hinauf. Und sind seit mehr als einem Jahr stellvertretender General Manager des Center Parcs Bispinger Heide und demnächst General Manager eines Hotels in Österreich. Wie haben Sie das geschafft?
Andreas Lerch:
Ich denke, dass hier Lebenserfahrung, der Wille und ein gewisses Selbstvertrauen wichtig sind. Schlagworte wie Vision, Selbstmanagement, Fokussierung, Etappenziele und Visualisierung gepaart mit Glück und Gespür für den richtigen Zeitpunkt bringen jeden von uns dorthin, wo wir hin möchten. Hinzu kommen Flexibilität und die Bereitschaft, Angebote anzunehmen und auch offen die eigenen Ansprüche zu kommunizieren. 


Greifen Sie auch heute noch auf Ihr Know-how aus der Weiterbildung zurück?
Andreas Lerch:
Am wichtigsten ist es, das Gelernte direkt in der Praxis anwenden zu können. Einiges Wissen hat sich so manifestieren und in den Alltag einfügen können. Sei es eine Preiskalkulation im F&B oder ein Überdenken der Organisationsstrukturen innerhalb des Unternehmens, die Fortbildungen am IST sind sehr praxisbezogen und leicht verständlich umsetzbar. Ja, ich suche immer wieder in unterschiedlicher Literatur nach Unterstützung für bestimmte Lösungswege, dazu gehören natürlich auch die Fachbücher aus den IST-Weiterbildungen.


Würden Sie Ihre Weiterbildung weiterempfehlen?
Andreas Lerch:
Ja, ich empfehle jedem, sich immer und dauerhaft weiterzubilden. Wichtig ist dabei, das gewonnene Wissen auch gewinnbringend einzusetzen. Die Transformation von den persönlichen Ressourcen in Ergebnisse sorgt für Freude und Erfolg.

Danke für Ihre Mühe!