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08.11.2019

Leonie Fischer macht Karriere in der Hotellerie.

Der Traum vom RS6

Leonie Fischer ist Auszubildende zur Hotelkauffrau. Und absolviert am IST die Weiterbildung zur Hotelbetriebswirtin. Bald soll sogar das Studium "Hotel Management" noch dazu kommen, um ihren Traum von einer Karriere in der Hotellerie zu ermöglichen, wie die baldige Wahl-Österreicherin im Interview erzählt.

Frau Fischer, eigentlich sind Sie noch Auszubildende zur Hotelkauffrau. Und trotzdem absolvieren Sie schon bei uns die Weiterbildung zur Hotelbetriebswirtin. Ist das nicht ein bisschen viel auf einmal?
Leonie Fischer: Im ersten Moment klingt das sicherlich nach viel Arbeit und viel Stress. Und das ist es auch. Allerdings habe ich schnell in meiner Ausbildung gemerkt, dass die Hotellerie mein Zuhause ist und mein Interesse an Wissen größer ist, als das was in einer Ausbildung vermittelt werden kann. Somit kam ich nach langem Überlegen zu dem Entschluss, schon früh in meine persönliche sowie fachliche Weiterbildung zu investieren.

Wie sah Ihr Weg nach dem Abitur aus?
Fischer: Ehrlich gesagt, war ich nach meinem Abitur ziemlich planlos. Ich wusste nicht so recht, wo ich hinmöchte, beziehungsweise was wohl das Richtige für mich ist. Ich habe eine Vielzahl an Bewerbungen geschrieben, hatte aber nie das Gefühl, dass der angestrebte Beruf das Richtige ist. Also hatte ich mich dazu entschlossen, erst einmal Vollzeit in dem Restaurant weiterzuarbeiten, in dem ich schon mehrere Jahre als Aushilfe tätig war. Aufgrund schwieriger Verhältnisse kündigte ich den Job einige Monate später wieder. Somit war ich arbeitslos und es musste schnell eine Lösung her. Meine Eltern waren mir damals eine große Hilfe und haben mir in gewisser Weise die Augen geöffnet.

Gab es ein Erlebnis, das sie für die Hotellerie begeistert hat?
Fischer: Ich bin mit der Hotellerie groß geworden. Mein Onkel leitete mehrere Hotels im Raum Nürnberg und ich durfte oft als kleines Mädchen hinter die Kulissen gucken. Ich war schon von klein auf davon begeistert, was in einem Hotel alles passiert und geleistet wird. Also habe ich den Entschluss getroffen, meine Begeisterung zu meinem Job zu machen.

Wir wissen, dass von Mitarbeitern in der Hotellerie besonders hohes Engagement gefordert wird ...
Fischer: Ich glaube, wenn man sich dazu entschließt, neben der Ausbildung eine Weiterbildung zu machen, muss man sich darüber bewusst sein, dass es viel Arbeit bedeutet. Ich habe mir direkt zu Anfang der Weiterbildung einen Plan für die gesamte Zeit gemacht, um zum einen den Überblick nicht zu verlieren und zum anderen meine Ziele klar definiert zu haben. Ganz praktisch gesehen ist es reine Organisation, die Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu halten. Ich habe jede Woche so durchstrukturiert, dass ich immer einen Tag wirklich frei habe. Natürlich funktioniert das in der Praxis nur bedingt. Und natürlich muss man sich darüber bewusst sein, dass man nicht jedes Wochenende mit seinen Freunden so verbringen kann, wie andere Personen in meinem Alter das vielleicht können. Aber für mich war von Anfang an klar, dass der Betriebswirt in der Zeit im Vordergrund steht und ich dafür gern auf Freizeit verzichte.

Sie haben ja sicherlich gewisse Erwartungen beim Weiterbildungsstart gehabt. Inwieweit haben sich bisher Ihre damaligen Erwartungen erfüllt?
Fischer: Ich hatte gehofft, dass die Weiterbildung zum einen mein Wissen aus der Ausbildung vertieft, zum anderen aber auch, dass ich neue Aspekte kennenlerne und die Komplexität des Hotels besser verstehe, beziehungsweise die Komplexität richtig kennenlerne. Mittlerweile kann ich sagen, dass diese Erwartungen auf jeden Fall erfüllt worden sind. Meiner Meinung nach lernt man in der Ausbildung das Hotel nur mit den klassischen Abteilungen kennen. Ich finde aber gerade die Komplexität und die Vielfältigkeit ist das, was ein Hotel ausmacht und auch so spannend macht.

Ist die Weiterbildung ein Türöffner für neue berufliche Erfahrungen? Was haben Sie nach dem Abschluss damit vor?
Fischer: Natürlich habe ich auch durch den Betriebswirt gemerkt, für welche Abteilungen beziehungsweise Aufgaben ich mich besonders interessiere. Allerdings habe ich den Betriebswirt nicht angefangen, weil ich damit auf eine bestimmte Stelle hinarbeiten wollte. Es gibt so viele faszinierende Aufgaben in einem Hotel, dass ich mich zum jetzigen Zeitpunkt auf keine Tätigkeit konkret festlegen möchte.

Inwieweit kommt Ihnen das Wissen aus der Weiterbildung bei Ihren täglichen Aufgaben zu Gute?
Fischer: Es hat mir viele Unsicherheiten genommen, mit denen man als Auszubildende konfrontiert wird. Ich habe viel Neues gelernt und die betriebswirtschaftlichen Hintergründe von einigen Aspekten verstanden. Somit kann ich in meinen täglichen Aufgaben die Auswirkungen besser einschätzen und kann wirtschaftlicher argumentieren.  

Jetzt spielen Sie sogar mit dem Gedanken, in unseren Studiengang „Hotel Management“ zu wechseln?
Fischer: Die letzten Wochen waren sehr aufregend und spannend. Tatsächlich habe ich mittlerweile konkrete Pläne und kann mit Stolz sagen, dass ich ab Oktober dieses Jahres nach Österreich gehe und Hotel Management in Vollzeit studiere. Ich habe mich ganz konkret dafür entschieden, da ich meinen Fokus voll auf meine persönliche Weiterbildung legen und in Vollzeit studieren möchte.

Haben Sie ein berufliches Ziel?
Fischer: Ich habe den Traum, meine Leidenschaft weiterhin jeden Tag auszuleben. Ich weiß, dass ich mich auf das Kommende freue und mit großer Zuversicht in die Zukunft schaue, die auf jeden Fall in der Hotellerie sein wird.  Natürlich wünsche ich mir auch eine leitende Position in absehbarer Zukunft und dass ich eines meiner großen Ziele verwirklichen kann und in neun Jahren ein Audi RS6 vor meiner Haustür steht.