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09.10.2014

„Man sollte die Verpflichtung haben, sich um die Gesundheit der Mitarbeiter zu kümmern“

„Man sollte die Verpflichtung haben, sich um die Gesundheit der Mitarbeiter zu kümmern“

Marieke Claußen ist examinierte Kinderkrankenschwester und arbeitet derzeit bei Airbus Operations GmbH in Hamburg als Occupational Health Nurse. Vor kurzem hat sie die IST-Weiterbildung „Betriebliches Gesundheitsmanagement (IHK)“ abgeschlossen. Im Interview berichtet die 30-Jährige u.a., was sie sich von dem Abschluss verspricht und wie ihr das Fernstudium gefallen hat.

Frau Claußen, wie kann man sich Ihren Arbeitsalltag als Occupational Health Nurse vorstellen?
Marieke Claußen: Zu meinen Aufgaben gehören das Organisieren, Durchführen und Abschließen von Vorsorgeuntersuchungen, dazu zählen Seh- und Hör-Tests, Gesichtsfelduntersuchungen und nebenbei versorge ich Mitarbeiter in der Ambulanz. Das heißt: morgens Blutentnahmen, Lungenfunktionstests und EKGs schreiben, nebenbei mache ich Belastungs-EKGs für z.B. Hallenmitarbeiter, die in den Tanks der Flugzeuge arbeiten. Außerdem bin ich hauptverantwortlich für die Terminierung der Untersuchungen.

Was ist Ihrer Meinung nach das Besondere an Ihrem Job?
Claußen: Dass ich sehr selbstständig arbeiten kann und ich mich so organisiere, wie es mir am sinnvollsten erscheint. Dank unseres Chefs ist das eigenständige Arbeiten möglich. Außerdem hat man mit den verschiedensten Berufsgruppen zu tun und gewinnt Einblick in das Arbeitsleben eines Ingenieurs, Piloten, Flugzeugbau- und Strukturmechanikers, Elektrikers, Malers und Lackierers, Küchenangestellten und auch Azubis. Zu uns kommt jeder und man führt während einer Untersuchung oftmals sehr interessante Gespräche. Vom medizinischen Standpunkt her ist es in der Ambulanz am spannendsten, weil man dort dem Mitarbeiter auch neben seinem Beruf weiterhelfen kann.

Und warum haben Sie beim IST die Weiterbildung „Betriebliches Gesundheitsmanagement (IHK)“ absolviert?
Claußen: Ich habe mich dafür entschieden, weil ich Lust hatte, mich zum Thema „Gesundheit“ weiterzubilden. Da wir in unserem Werk eine Abteilung haben, die sich auf Gesundheitsberatung spezialisiert hat, wollte ich mir die Möglichkeit offen halten, irgendwann dort einsteigen zu können. Nach mehreren Internetrecherchen bin ich auf das IST-Studieninstitut gestoßen, und da es sehr seriös wirkte und mir die Abschlussprüfung bei der IHK sehr wichtig war, habe ich mich dafür entschieden.

Wie stark ist Ihrer Meinung nach die Nachfrage nach betrieblichen Gesundheitsmanagern im Markt?
Claußen: Sehr hoch, da wir uns immer ungesünder verhalten und uns nicht bewusst ist, dass wir irgendwann an den Folgen erkranken.

Würden Sie den Beruf des betrieblichen Gesundheitsmanagers als zukunftsweisend bezeichnen?
Claußen: Ich denke, es ist ein Schritt nach vorn. Man sollte als Arbeitgeber die Verpflichtung haben, sich um die Gesundheit der Mitarbeiter zu kümmern. Wenn ein Unternehmen gesunde Mitarbeiter hat, dann ist es auch erfolgreicher. Das Wohlbefinden auf der Arbeit kann mit ganz wenig Aufwand verbessert werden und da wir sehr viel Zeit dort verbringen, sollte es auch möglich sein, den Mitarbeiter zu unterstützen, wenn es um seine Gesundheit geht. Es gibt nichts Schöneres als ausgeglichene Kollegen, die gerne zur Arbeit kommen, weil sie sich nicht alleine gelassen fühlen.

Und wie hat Ihnen die IST-Weiterbildung gefallen?
Claußen: Sehr gut, da die Präsenzzeiten gering gehalten wurden und auf zwei Wochenenden beschränkt waren. Direkt im Anschluss konnte ich die IHK-Prüfung absolvieren. Für mich war das durch die etwas längere Anreise von Buxtehude nach Düsseldorf sehr angenehm. Die Inhalte haben sich sehr von dem unterschieden, was ich sonst bisher gelernt hatte. Und dadurch habe ich Hintergrundwissen sammeln können, um die Gesundheitspolitik in meinem Unternehmen verstehen zu können. Durch die Studienhefte wurde ich langsam aber gut darauf vorbereitet, selbst Gesundheitsthemen im Unternehmen zu implementieren. Die Mentoren und die Prüfer waren dazu sehr offen und hilfsbereit, alle Fragen zu klären, die man während des Fernstudiums gesammelt hat. Zum Glück waren es nicht allzu viele, denn die Unterlagen waren sehr verständlich und man konnte jederzeit an das IST schreiben und erhielt in kürzester Zeit eine Antwort.

Haben Ihnen die erworbenen Kenntnisse in Ihrer beruflichen Karriere und Ihrer täglichen Arbeit geholfen?
Claußen: Über meinen Abschluss bzw. das Fernstudium habe ich meinen Chef erst nach bestandener Prüfung informiert, da ich es in erster Linie für mich machen wollte. Er war sehr positiv überrascht und meinte, dass ich mir den Lernstress nicht habe anmerken lassen. Ich habe vor, mich in diesem Thema beruflich weiterzuentwickeln und habe derzeit auch sehr gute Chancen.

Würden Sie die IST-Weiterbildung weiterempfehlen?
Claußen: Ich würde das Fernstudium jedem weiterempfehlen, der in einem sozialen Beruf arbeitet. Denn mit dem Hintergrundwissen kann man sich nicht nur beruflich weiterentwickeln, sondern man nimmt auch wichtige Informationen mit, die man braucht, um Gesundheitsprävention zu verstehen. Ich danke den Mentoren für ihre guten Vorträge und dass ich mit ihnen „Präsentationen halten“ lernen konnte, sowie der ausgelassenen Stimmung bei der Prüfung. Außerdem habe ich eine Mitschülerin kennengelernt, mit der ich mich noch heute regelmäßig treffe.

Gibt es weitere beruflichen Ziele, die Sie sich gesteckt haben?
Claußen: Für die Zukunft schwebt mir vor, als „Betriebliche Gesundheitsmanagerin“ oder als „Gesundheits- und Rehabilitationsberaterin“ bei uns im Unternehmen tätig zu sein.

Vielen Dank für das Interview, Frau Claußen. Wir wünschen Ihnen alles Gute für die Zukunft.