24.06.2026


Fünfter Band der Festivalstudien veröffentlicht
Mit dem Fachbuch „Sicherheitsgefühl und Awareness auf Musikfestivals“ ist der fünfte Band der wissenschaftlichen Buchreihe „Studien zum Festivalmanagement“ erschienen. Herausgegeben wurde die Veröffentlichung von Prof. Dr. Matthias Johannes Bauer und Tom Naber an der IST-Hochschule.
Die Buchreihe richtet sich an Wissenschaftler:innen, Praktiker:innen und Studierende, die aktuelle Entwicklungen in der Festival- und Veranstaltungsbranche wissenschaftlich einordnen und für die Praxis nutzbar machen möchten. Der neue Band greift ein Thema auf, das für Festivals, Clubs und Großveranstaltungen weiter an Bedeutung gewinnt: Wie sicher fühlen sich Besucher:innen auf Musikfestivals und welche Rolle spielen Awareness-Konzepte, Kommunikation und Schutzstrukturen dabei?
Vier Studien zu Sicherheit und Awareness
Der fünfte Band vereint vier empirische Studien aus dem deutschsprachigen Raum. Sie beschäftigen sich unter anderem mit dem Sicherheitsgefühl von Festivalbesucher:innen, der Ausgestaltung von Awareness-Arbeit, der Kommunikation von Schutzkonzepten auf Musikfestivals und der Professionalisierung von Awareness-Strukturen in der Clubkultur.
„Fragen von Sicherheit und Awareness haben in den vergangenen Jahren sowohl in der Festivalpraxis als nun auch in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung deutlich an Bedeutung gewonnen“, sagt Festivalprofessor Bauer. „Die Beiträge zeigen, dass Awareness-Konzepte nicht isoliert betrachtet werden können. Ihre Wirksamkeit ergibt sich vielmehr aus dem Zusammenspiel von subjektiver Wahrnehmung, struktureller Ausgestaltung und kommunikativer Vermittlung.“
Die im Buchband veröffentlichten Studien zeigen, dass Musikfestivals von vielen Besucher:innen grundsätzlich als sichere Räume wahrgenommen werden. Gleichzeitig wird deutlich, dass insbesondere Sorgen vor sexueller Belästigung und Grenzüberschreitungen das Sicherheitsgefühl beeinflussen können. Auch die Sichtbarkeit und Verständlichkeit bestehender Awareness-Maßnahmen spielen eine wichtige Rolle. Aus den Forschungsergebnissen leiten sich konkrete Hinweise für Veranstaltende ab, die Schutzkonzepte weiterentwickeln und besser kommunizieren möchten.
Ein weiterer Beitrag untersucht die Kommunikation von Schutzkonzepten auf großen deutschen Open-Air-Musikfestivals. Dabei werden Unterschiede in Begrifflichkeiten, Symbolik und Informationsangeboten sichtbar. Eine weitere Studie richtet den Blick auf Awareness-Arbeit in der Clubkultur und beleuchtet Spannungsfelder zwischen Professionalisierung, politischem Anspruch und institutioneller Verankerung.
Forschung mit Praxisbezug
Für Tom Naber liegt der besondere Wert des neuen Bandes im Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Festivalpraxis. „Gerade bei Themen wie Awareness, Sicherheit oder Besucherkommunikation werden viele Entscheidungen aus Erfahrung heraus getroffen. Erfahrung bleibt wichtig und gewinnt gleichzeitig an Qualität, wenn sie durch Forschung ergänzt wird. Die Studien des Bandes liefern dafür konkrete Anknüpfungspunkte.“
Die Buchreihe „Studien zum Festivalmanagement“ erscheint im Utzverlag München und veröffentlicht ausgewählte wissenschaftliche Arbeiten zu Festivals, Open-Air-Musikveranstaltungen und angrenzenden Fragestellungen des Veranstaltungsmanagements. Ziel ist es, aktuelle Entwicklungen der Branche kritisch zu begleiten und Forschungsergebnisse für die Praxis zugänglich zu machen.
An der IST-Hochschule fließen diese Themen regelmäßig in Forschung und Lehre ein, unter anderem in den Studiengängen „Kommunikation & Eventmanagement“ und „Kommunikationsmanagement“ mit Schwerpunkt Event- und Festivalmanagement sowie im Zertifikatskurs „Festivalmanagement“.
