Zur Erfolgsstorys-Übersicht

30.09.2026

Thomas Kessler
Thomas Kessler

„Eine Weiterbildung gibt Sicherheit und eröffnet neue Perspektiven.“

Früher stand er beim 1. FC Köln im Tor, heute ist er dort Geschäftsführer. Ein Baustein auf dem Weg dorthin war seine Sportmanagement-Weiterbildung am IST. Hier spricht Thomas Kessler über sein Fernstudium und den Job als Manager eines der emotionalsten deutschen Fußballvereine.

Herr Kessler, im Mai 2025 wurden Sie Sportdirektor beim 1. FC Köln, seit Januar 2026 sind Sie Geschäftsführer Sport. War das schon Ihr klares Ziel, als Sie während Ihrer aktiven Karriere eine Sportmanagement-Weiterbildung absolvierten?
Kessler:
Nein, so konkret habe ich meinen Weg damals noch nicht geplant. Mir war es einfach wichtig, mich frühzeitig weiterzubilden und neben der aktiven Karriere Wissen anzueignen. Als Fußballprofi weiß man nie, was passiert – Verletzungen oder ein frühes Karriereende gehören leider dazu. Deshalb wollte ich vorbereitet sein. Dass ich heute Geschäftsführer Sport beim 1. FC Köln sein darf, erfüllt mich mit großem Stolz. Das war damals natürlich noch nicht vorhersehbar.

Warum genau haben Sie sich für die Weiterbildung „Sportmanagement“ am IST-Studieninstitut entschieden?
Kessler:
Vor allem wegen der Flexibilität. Als aktiver Profi reist man viel und hat keinen klassischen Arbeitsalltag. Das Fernstudium hat mir ermöglicht, das Lernen optimal mit Training, Spielen und Familie zu verbinden. Zudem habe ich von vielen positiven Erfahrungen anderer Sportler gehört. Das hat mir die Entscheidung leicht gemacht.

Wie hat Ihnen die Weiterbildung gefallen?
Kessler:
Sehr gut. Das Studium war praxisnah aufgebaut und hat mir viele Einblicke gegeben, die über den sportlichen Bereich hinausgehen. Als Spieler beschäftigt man sich naturgemäß vor allem mit Training und den Spielen. Während des Studiums habe ich gelernt, welche Prozesse im Hintergrund eines Vereins ablaufen und welche Zusammenhänge für nachhaltigen Erfolg entscheidend sind.

Haben Ihnen die erlernten Inhalte anschließend in der täglichen Arbeit weitergeholfen?
Kessler:
Definitiv. Natürlich ersetzt ein Studium keine praktische Erfahrung. Aber es schafft ein Fundament, auf dem man aufbauen kann. Viele Themen aus den Bereichen Organisation, Führung oder wirtschaftlichem Denken begegnen mir heute täglich. Rückblickend war das Studium eine sehr gute Vorbereitung auf meinen weiteren beruflichen Weg.

Sie haben beim FC auch ein 24-monatiges Trainee-Programm durchlaufen. Wie sah das aus?
Kessler:
Für mich war das eine unglaublich wertvolle Zeit. Ich hatte die Möglichkeit, nahezu alle Bereiche des Clubs kennenzulernen – von der Lizenzabteilung über Nachwuchs, Scouting und Medizin bis hin zu Finanzen, Organisation und Kommunikation. Dadurch entwickelt man ein viel besseres Verständnis dafür, wie komplex ein Fußballclub funktioniert. Diese Erfahrungen helfen mir bis heute dabei, Entscheidungen ganzheitlich zu treffen.

In Fußballvereinen gibt es viele verschiedene Bezeichnungen im Management. Können Sie die Unterschiede Ihrer bisherigen Positionen erklären?
Kessler:
Die Verantwortung wächst Schritt für Schritt. Als Leiter des Lizenzbereichs lag mein Schwerpunkt vor allem auf der Organisation und den operativen Abläufen rund um die Profimannschaft. Als Sportdirektor kamen sportliche Strategie, Kaderplanung und Transferentscheidungen deutlich stärker hinzu. Als Geschäftsführer Sport trägt man darüber hinaus die Gesamtverantwortung für den sportlichen Bereich. Dabei geht es nicht nur um einzelne Personalentscheidungen, sondern um die langfristige Ausrichtung des Clubs und darum, gemeinsam mit vielen Mitarbeitern die richtigen Rahmenbedingungen für nachhaltigen Erfolg zu schaffen.

Im Fußball muss häufig jemand gehen, damit jemand anderes aufsteigen kann. Ist das eine schwierige Seite des Geschäfts?
Kessler:
Ja, definitiv. Hinter jeder Position steht ein Mensch. Deshalb sind Respekt und Wertschätzung im Umgang mit jedem Mitarbeitenden sehr wichtig für mich. Gleichzeitig muss man Entscheidungen im Sinne des Vereins treffen. Wichtig dabei ist, immer transparent und ehrlich miteinander umzugehen. Das macht Entscheidungen nicht einfacher, aber fairer.

Ron-Robert Zieler soll ebenfalls ein Trainee-Programm absolvieren. Machen Sie sich Sorgen, dass irgendwann wieder ein Torwart Ihren Job übernimmt?
Kesller (lacht):
Nein, überhaupt nicht. Im Gegenteil. Ich finde es großartig, wenn Spieler frühzeitig beginnen, sich Gedanken über die Zeit nach der Karriere zu machen. Genau solche Programme sollen Perspektiven schaffen. Wenn ehemalige Spieler Verantwortung übernehmen möchten und sich darauf gut vorbereiten, ist das für den Fußball insgesamt eine sehr positive Entwicklung.

Früher haben Sie Verträge unterschrieben, heute legen Sie sie vor. Ist das noch ungewohnt?
Kessler:
Am Anfang war das sicherlich eine Umstellung. Heute sehe ich beide Seiten der Medaille. Ich weiß sehr genau, wie sich Spieler in solchen Gesprächen fühlen, weil ich selbst viele davon erlebt habe. Gleichzeitig muss ich heute Entscheidungen für den gesamten Club treffen. Meine Erfahrungen als Spieler helfen mir natürlich, dabei mit Empathie, aber auch mit der erforderlichen Klarheit zu kommunizieren.

Das Umfeld des FC ist traditionell emotional. Schwingt bei einem solchen Job auch Angst mit, seinen Job schnell zu verlieren – ggf. ohne die Zeit zu bekommen, etwas aufzubauen und seine Ideen umzusetzen?
Kessler:
Angst wäre der falsche Begriff. Jeder, der Verantwortung in einem Club wie dem 1. FC Köln übernimmt, weiß, welche Erwartungen bestehen. Genau das macht den Verein aber auch aus. Entscheidend ist, dass man sich nicht von kurzfristigen Stimmungen treiben lässt, sondern konsequent an einer klaren Strategie arbeitet. Ich bin überzeugt, dass nachhaltiger Erfolg nur entsteht, wenn man Ruhe bewahrt und gemeinsam an einem Weg festhält.

Was ist das Besondere am 1. FC Köln?
Kessler:
Die Menschen. Der FC ist weit mehr als ein Fußballverein. Die Identifikation der Fans, die Bedeutung für die Stadt und die enorme Emotionalität machen diesen Club einzigartig. Gleichzeitig bringt genau das eine große Verantwortung mit sich. Jeder, der hier arbeitet, weiß, dass er für etwas Größeres arbeitet als nur für den sportlichen Erfolg am Wochenende.

Abschließend noch einmal zurück zum Fernstudium: Würden Sie aktiven Sportlern ebenfalls zu einer Weiterbildung raten?
Kessler:
Absolut. Jeder junge Profi konzentriert sich zunächst vollkommen auf seine sportliche Karriere – das ist auch richtig so. Trotzdem sollte man frühzeitig über die Zeit danach nachdenken. Niemand weiß, wie lange eine Karriere dauert. Eine Weiterbildung gibt Sicherheit und eröffnet neue Perspektiven. Ich habe persönlich nur positive Erfahrungen mit dem IST gemacht und kann jedem Sportler empfehlen, diese Zeit sinnvoll zu nutzen.

Herr Kessler, vielen Dank für das Gespräch!