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17.01.2019

Stefanie Lämmerhirt hat eine Traumkarriere gemacht.

Traumkarriere: Von der Bühnen-Allrounderin zur Kreuzfahrtdirektorin

Stefanie Lämmerhirt ist staatlich geprüfte Bühnendarstellerin für Tanz, Gesang und Schauspiel. Heute ist sie Kreuzfahrtdirektorin bei Hapag Lloyd Cruises. Von solch einer außergewöhnlichen Karriere träumen viele.

Aber nicht jeder Traum wird wahr. Wieviel Mut, Abenteuerlust und Risikobereitschaft gehören dazu, einen solchen Weg zu gehen? Wir haben Stefanie Lämmerhirt, die am IST die Weiterbildung zur Hotelbetriebswirtin besucht, gefragt, wie sie zu der anspruchsvollen Führungsposition gekommen ist und welche Zwischenschritte dafür notwendig waren.

IST: Frau Lämmerhirt, es sieht ganz so aus, als taugen Sie nicht für eine „Karriere von der Stange“. Schon Ihr beruflicher Start brachte Sie ins Show-Business. Jetzt könnte man denken, ein Job mit „Glitz & Glamour“ kann nicht mehr getoppt werden. Aber Sie haben sich von der Bühne verabschiedet und den nicht weniger glamourösen Job einer Kreuzfahrtdirektorin inne. Wie kam es dazu?
Stefanie Lämmerhirt:
Nach einigen Jahren, die ich in verschiedenen Musical- und Tourneeproduktionen, für das Fernsehen und auch das klassische Theater arbeiten durfte, brachte mich meine künstlerische Laufbahn schließlich das erste Mal auf ein Kreuzfahrtschiff. Das war 2009, als ich im Showensemble der „Mein Schiff“ von TUI Cruises anheuerte und Gefallen an der Arbeit auf See fand. Mein Interesse für Organisation, Planung und Gästekontakt brachte mich dazu, anschließend ein Studium im Bereich der Medien-, Kommunikations- und Wirtschaftswissenschaften zu beginnen. Währenddessen bekam ich eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch für die Position des Entertainment-Managers auf der MS EUROPA. Diese Chance habe ich genutzt – und wurde angenommen! Ab diesem Zeitpunkt konnte ich neben meiner Begeisterung für die Welt der Unterhaltung auch meiner Freude am Reisen freien Lauf lassen. Nach drei Jahren für Hapag Lloyd Cruises und einem ersten Kurzeinsatz als Kreuzfahrtdirektorin, bekundete TUI Cruises Interesse an mir und machte mir ein Angebot, welches ich nicht ausschlagen konnte. So führte mich mein Weg zurück auf die Mein Schiff-Flotte, wo mich viele neue Herausforderungen erwarteten, die mich für den weiteren Berufsweg stärkten. Die lange räumliche Trennung von meinem Partner jedoch und die damit verbundene Sehnsucht brachten mich dazu, von „hoher See“ zu den Flüssen Europas zu wechseln. Insgesamt zwei Jahre hatte ich das Glück, mit meinem Partner gemeinsam arbeiten zu dürfen – er als Hotelmanager und ich als Cruise-Direktor. Zudem war diese Zeit bei der A-ROSA Reederei eine wunderbare Erfahrung, um mein Wissen im Bereich Touristik, Management und Medienarbeit zu erweitern. Bis schließlich Hapag Lloyd anfragte, ob ich nicht zurückkommen möge. Seither fahre ich als Kreuzfahrtdirektorin im Wechsel auf den 5-Sterne-Plus Luxusschiffen MS EUROPA & MS EUROPA 2 und bin sehr glücklich mit meiner Arbeit an Bord.

Wie sieht Ihr heutiger Job aus? Was ist das Besondere an Ihrem Job?
Stefanie Lämmerhirt: Als Kreuzfahrtdirektorin an Bord von MS Europa und MS Europa 2 bin ich – gemeinsam mit meinen Kollegen und den anderen Abteilungen – in erster Linie für das Wohl unserer Passagiere zuständig. Ich zeichne verantwortlich für die touristische Abteilung, das Entertainment, das Guest Relation-Team, den Kids Club, den Sport- und Golfbereich sowie den sogenannten Printshop und stehe als Moderatorin im Theater und im Bord-TV täglich auf der Bühne oder vor der Kamera. Zeitlich will alles gut geplant sein, schließlich soll den anspruchsvollen Gästen von morgens bis abends ein optimal auf ihre Bedürfnisse abgestimmtes Programm geboten werden. Es bereitet mir große Freude, den Passagieren die Welt der Unterhaltung und sowohl die Besonderheiten als auch Schönheiten der Destinationen näherzubringen. Ziel ist es, ein perfektes Urlaubserlebnis zu generieren. Jeder Tag ist anders und so muss man manchmal auch in bestimmten Situationen schnell reagieren können. Hier sind Fingerspitzengefühl, Spontanität und Improvisation wichtige Faktoren. Viele Nationalitäten und Persönlichkeiten treffen zudem auf hoher See aufeinander. Daher bleibt es immer eine spannende Aufgabe, alles miteinander zu verknüpfen. Die Vielseitigkeit meines Jobs und die Möglichkeit, die Welt auf eine ganz besondere Art und Weise bereisen zu dürfen, machen meinen Beruf zu etwas Besonderem.                    

Warum haben Sie der Bühne den Rücken gekehrt? So viele Menschen träumen von den „Brettern, die die Welt bedeuten“.
Stefanie Lämmerhirt:
Es war eine wunderbare Zeit und es waren sehr schöne Jahre, die ich nicht missen möchte. Was viele allerdings nicht wissen ist, dass der Beruf sehr viel abverlangt und die finanziellen Voraussetzungen recht schwierig sind. Nicht umsonst spricht man von einer „brotlosen Kunst“. Trotz toller Engagements in zahlreichen Produktionen musste ich mein Gehalt mit Nebenjobs aufbessern, um immer alle Kosten decken zu können. Es ist ein wirklich hartes Geschäft, welches mit enorm viel Druck verbunden ist. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der Menschen an ihren Erfolgen gemessen werden. Um erfolgreich zu sein, muss man aktiv werden und handeln. So habe ich bewusst die Entscheidung getroffen, einen neuen Weg einzuschlagen.

Und so ganz habe ich der Bühne ja auch nicht den Rücken gekehrt. Als Kreuzfahrtdirektorin habe ich das Vergnügen, großartige internationale Künstler, Artisten und Musiker auf der Bühne anmoderieren zu dürfen, um ihnen den passenden Einstieg, und damit einen roten Teppich, zu bieten. Hier stehe ich dann noch immer im Rampenlicht.

Seit 2014 sind Sie schon Kreuzfahrtdirektorin. Warum haben Sie sich im vergangenen Sommer für die IST-Weiterbildung „Hotelbetriebswirt“ entschieden?
Stefanie Lämmerhirt:
„Selbst der höchste Turm fängt ganz unten an“ – so ein altes chinesisches Sprichwort. Mir ist es sehr wichtig, mich weiterzubilden und stets den Blick nach vorne zu richten, Einblick in neue Berufszweige zu erhalten und entsprechend Wissen anzueignen. Stück für Stück möchte ich meine Karriere aufbauen, um weiterhin erfolgreich arbeiten zu können.

Inwieweit ist Ihnen die Vermittlungsform „Fernunterricht“ wichtig?
Stefanie Lämmerhirt:
Da ich oft monatelang auf Kreuzfahrtschiffen unterwegs bin und Zeit dabei eine große Rolle spielt, ist es hilfreich, sich diese gut und sinnvoll einzuteilen. Dabei ist das System des IST hervorragend, damit ich Webinare, Präsenztermine und Lernphasen miteinander verbinden kann. Es ist manchmal eine Herausforderung, wenn ich einen Termin für ein Webinar habe, wir aber der deutschen Zeit um Stunden voraus sind. Dann kann es schonmal 2 Uhr nachts sein bei der Online-Übertragung. Aber das Schöne ist, dass die Webinare aufgezeichnet werden und man so die verschiedenen Themen sehr flexibel nacharbeiten kann.

Wie sehr hilft Ihnen das bereits Erlernte aus der Weiterbildung in Ihrem Berufsalltag?
Stefanie Lämmerhirt:
Noch stehe ich ja am Anfang der Weiterbildung. Aber dennoch haben mir bereits die ersten Webinare, die Seminare und auch das Lernmaterial geholfen, einige Prozesse besser verstehen zu können. Insbesondere betriebswirtschaftliche Aspekte gepaart mit hotelbezogenem Hintergrundwissen werden beim IST sehr gut vermittelt. Der nächste Schritt wäre die stete Umsetzung des Erlernten in die Praxis.

Was gefällt Ihnen an der Weiterbildung ganz besonders gut?
Stefanie Lämmerhirt:
Besonders gut gefällt mir der persönliche Kontakt und die wirklich liebevolle aber auch höchst professionelle Betreuung und fachliche Beratung durch die Ansprechpartner und auch Dozenten vom IST. Interessante Seminar- wie auch Webinar-Inhalte werden vermittelt . So macht Lernen Spaß.

Haben Sie ein Ziel, das Sie mit Ihrer Ausbildung erreichen wollten? Haben Sie einen „Traum“?
Stefanie Lämmerhirt:
Bei einem der IST Seminare, „Leadership - Führungstechniken und Selbstmanagement", habe ich u.a. gelernt, dass es wichtig ist, Visionen zu haben und feste Ziele zu verfolgen. Es wäre ein großer Traum für mich, gemeinsam mit meinem Partner in zehn Jahren ein eigenes Resort zu leiten, unsere innovativen Ideen zu verwirklichen und in einem ganz besonderen Konzept umzusetzen. Welches das sein wird, darf hier natürlich noch nicht verraten werden …

Wir drücken Stefanie Lämmerhirt die Daumen und wünschen ihr alles Gute für die Zukunft!

Weitere Informationen zur Weiterbildung "Hotelbetriebswirt" finden Sie hier.