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23.03.2026

Anett Walter
Anett Walter

„Schlaf hat Auswirkungen auf viele Lebensbereiche“

Konzentration, Stimmung, Leistungsfähigkeit und sogar körperliche Gesundheit hängen eng mit erholsamem Schlaf zusammen. Für die Diplom-Psychologin Anett Walter gehört das Thema deshalb schon lange zum Berufsalltag. Um ihre Kompetenzen weiter auszubauen, hat sie die Weiterbildung „Schlafcoach“ absolviert und integriert das Wissen heute in ihre Arbeit.

Seit vielen Jahren begleitet Anett Walter Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Nach ihrem Diplomabschluss in Psychologie entschied sie sich bewusst gegen eine ausschließlich klinische Laufbahn. „Ich habe zunächst zehn Jahre freiberuflich mobil gearbeitet – in Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation, in Unternehmen und bei der Wiedereingliederung psychisch belasteter Menschen. Das bedeutete, praktisch jeden Tag an einem anderen Einsatzort zu sein“, erinnert sie sich.

Mit der Geburt ihrer Kinder wurde dieses Modell allerdings organisatorisch immer anspruchsvoller. Deshalb gründete sie eine eigene Praxis. Heute arbeitet sie mit einem Team aus sechs Kolleginn:innen an zwei Standorten im Raum Leipzig.

Ganz aufgegeben hat sie ihre mobile Arbeit aber nicht: „Wir sind weiterhin auch unterwegs – zum Beispiel in Unternehmen, in Schulen, bei körperlich eingeschränkten Menschen zu Hause oder sogar beim therapeutischen Wandern in der Natur.“

Menschen dabei begleiten, wieder zu wachsen
In ihrer Praxis deckt die 47-Jährige ein breites Spektrum psychologischer Arbeit ab. Ein Schwerpunkt liegt auf psychotherapeutischen Behandlungen und Beratungen für Erwachsene, etwa bei Angststörungen, Stress, Krisen oder in der Psychoonkologie. 

Ein weiterer wichtiger Bereich ist psychologisches Coaching für Menschen auf dem Weg zurück in den Arbeitsmarkt. „Psychisch belastete Arbeits- oder Ausbildungssuchende Menschen begleiten wir teilweise bis zu fünf Monate lang. Ziel ist es, wieder ausreichend Selbstwertstabilität zu entwickeln und psychische Belastungen zu reduzieren, damit der Kopf frei wird für die berufliche Perspektive.“

Auch Präventionsangebote spielen eine zentrale Rolle – etwa Kurse zu Stressmanagement oder Schlafstörungen in der Praxis, in Schulen oder in Unternehmen.

Was sie an ihrem Beruf besonders schätzt, beschreibt sie sehr persönlich: „Wir dürfen Menschen dabei begleiten, sich selbst anzunehmen. Mit allen Ecken und Kanten. Viele entwickeln sich weiter, verarbeiten belastende Erlebnisse besser und betreten neues, bisher unbekanntes Land in ihrem Leben.“

Dabei gehe es nicht darum, Menschen zu belehren. „Wir gehen immer davon aus, dass jeder Mensch für sich selbst der beste Experte ist. Wir begleiten nur ein Stück des Weges. Wenn jemand plötzlich wieder Selbstwirksamkeit erlebt – vielleicht sogar lernt, Grenzen zu setzen –, dann ist das ein unglaublich schöner Moment.“

Warum das Thema „Schlaf“ immer wichtiger wurde
Im vergangenen Jahr entschied sich Anett, die Weiterbildung „Schlafcoach“ am IST zu absolvieren. Der Anlass dafür lag direkt in ihrer täglichen Arbeit. „Ich führe schon seit einigen Jahren einen Präventionskurs zum Thema ‚Stressmanagement im Arbeitsalltag‘ durch. Dabei – und eigentlich auch in fast allen therapeutischen Kontexten – taucht immer wieder das Thema Schlafstörungen auf.“ 

Die Grundlagen kannte sie bereits, doch sie wollte ihr Wissen vertiefen und erweitern. „Mein Ziel war es, zusätzlich einen Präventionskurs speziell zu Schlafstörungen anbieten zu können. Denn Psychoedukation – also Wissen über die Entstehung und Aufrechterhaltung von Störungen – ist oft ein wichtiger Schritt hin zu mehr Selbstverantwortung und Selbstversorgung.“

Wissenschaftlich fundiert und praxisnah
Die Weiterbildung hat ihre Erwartungen voll und ganz erfüllt. „Ich wollte mein bestehendes Wissen vertiefen, auf den aktuellen wissenschaftlichen Stand kommen und neue Interventionsmöglichkeiten kennenlernen. Genau das habe ich bekommen.“
Besonders begeistert hat sie die Verbindung aus Theorie und Praxis: „Der Input der Dozenten war wirklich sehr gut auf den Punkt. Besonders spannend fand ich den Bereich rund um Messung und Überwachung von Schla, also zum Beispiel über Smart Ringe oder andere Tracking-Technologien“, so Anett. „Wenn Menschen ihre eigenen Körperdaten verstehen und interpretieren lernen, können sie selbst aktiv werden. Das fördert Eigenverantwortlichkeit und Selbststeuerung, anstatt nur zuzuhören, wie es theoretisch funktionieren sollte.“
 
Heute nutzt die Psychologin das neu erworbene Wissen regelmäßig in ihrer täglichen Arbeit. „In sehr vielen Einzelsitzungen kommt das Thema ‚Schlaf‘ zur Sprache. Jetzt kann ich noch überzeugter erklären, wie bestimmte Zusammenhänge funktionieren, und gemeinsam mit Klient:innen individuell passende Strategien entwickeln.“

Die Weiterbildung habe ihr auch mehr Sicherheit gegeben. „Ich fühle mich deutlich kompetenter. Dadurch gehe ich auch mehr in die Tiefe und kann konkrete Verbesserungsansätze vorschlagen.“

Außerdem entwickelt Anett gerade das Feinkonzept für ihren Präventionskurs ‚Besser schlafen‘. Dafür kann sie das Wissen aus der Weiterbildung direkt einsetzen.

Auch für erfahrene Psychologen noch viel Neues
Als erfahrene Psychologin brachte die Leipzigerin bereits viel Fachwissen mit – trotzdem konnte sie aus der Weiterbildung einiges Neues mitnehmen. „Schlafhygiene und psychotherapeutische Interventionen kannte ich natürlich. Aber insbesondere bei den neurobiologischen und evolutionären Grundlagen habe ich viel Neues gelernt.“

Neben dem Wissen für ihre Praxis hat sie auch persönlich profitiert. „Ich habe einige Interventionen sogar an mir selbst ausprobiert. Und beim Thema Schlafverschiebung bei Jugendlichen konnte ich direkt etwas mitnehmen. Da profitieren jetzt auch meine eigenen Kinder.“

Klare Empfehlung für Gesundheitsberufe
Ob sie die Weiterbildung weiterempfehlen würde? Für Anett ist die Antwort eindeutig: „Ja, auf jeden Fall. Besonders für Psycholog:innen und Therapeut:innen sowie andere Fachkräfte aus Gesundheitsberufen. Und wenn der Leidensdruck groß genug ist und man sich wirklich intensiv mit dem Thema beschäftigen möchte, kann die Weiterbildung auch für Betroffene sehr hilfreich sein.“