13.10.2026


Vom Beckenrand in die Führungsetage
Vom Rettungsschwimmer zum Prokuristen: Was als Leidenschaft für den Schwimmsport begann, entwickelte sich für Björn Bulk zu einer beeindruckenden Karriere in der Bäderbranche. Als Prokurist bei den LokalBädern im Münsterland verantwortet er heute zahlreiche Bäder und führt rund 100 Mitarbeitende. Welche Rolle gezielte Weiterbildungen dabei gespielt haben und warum er nebenbei auch noch einen humorvollen Roman über den Schwimmbadalltag geschrieben hat, erzählt er in seiner Geschichte.
Die Liebe zum Wasser hat Björn Bulk schon sein ganzes Leben begleitet. Bereits als Kind und Jugendlicher war er im Schwimmsport aktiv. Mit 18 Jahren begann er, neben Abitur und Studium als Aushilfe in den Osnabrücker Bädern zu arbeiten.
Was zunächst ein Nebenjob war, wurde schließlich zur beruflichen Perspektive: Im August 2012 begann er eine verkürzte Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe. Doch schon damals stand für ihn fest, dass seine berufliche Zukunft nicht ausschließlich am Beckenrand stattfinden sollte.
Mehr Verantwortung durch gezielte Weiterbildung
„Die Arbeit mit Menschen und der direkte Betrieb haben mir immer viel Freude bereitet“, erzählt Björn. Gleichzeitig interessierte ihn zunehmend, wie sich Schwimmbäder wirtschaftlich erfolgreich führen, modernisieren und langfristig erhalten lassen. Sein Ziel war, nicht nur im laufenden Betrieb mitzuarbeiten, sondern dessen Zukunft aktiv mitgestalten.
Nach seiner Ausbildung qualifizierte er sich deshalb zum Geprüften Meister für Bäderbetriebe weiter. Parallel dazu absolvierte er am IST-Studieninstitut die Weiterbildung „Bäderbetriebsmanagement“. Besonders wichtig war ihm, seine fachlichen Kenntnisse um betriebswirtschaftliches, organisatorisches und strategisches Wissen zu erweitern.
„Die Herausforderungen, vor denen Schwimmbäder heute stehen, reichen weit über den klassischen Badebetrieb hinaus und erfordern zunehmend Kenntnisse in den Bereichen Management, Personalführung, Wirtschaftlichkeit und Zukunftsentwicklung.“
Später folgte die IST-Weiterbildung „Sauna-Meister“, mit der er sein Fachwissen in einem weiteren wichtigen Geschäftsbereich von Bäderbetrieben ausbaute.
Vom Fachangestellten zum Prokuristen
Heute ist der 36-Jährige Prokurist bei den LokalBädern im Westmünsterland. Er trägt Verantwortung für mehrere Bäderstandorte, darunter Hallen- und Freibäder, ein Kombibad sowie ein Therapiebad, und führt rund 100 Mitarbeitende.
Sein Aufgabenbereich hat mit den klassischen Aufgaben eines Bademeisters nur noch wenig gemein. Digitalisierung, Controlling, Vertragswesen, Personalmanagement und die Entwicklung neuer Angebote und Strukturen gehören zu seinem Berufsalltag. „Meine Aufgabe besteht heute genau in dem, was ich mit meinen Aus- und Weiterbildungen erreichen wollte: der strategischen und organisatorischen Weiterentwicklung unserer Bäderstandorte und Dienstleistungen.“
Besonders schätzt er die Abwechslung und die Möglichkeit, eigene Ideen umzusetzen. Denn gerade kleinere Bäderbetreiber bieten viel Gestaltungsspielraum, um neue Wege zu gehen und Einrichtungen zukunftsfähig aufzustellen.
Waren die Weiterbildungen also ein Türöffner für seine Karriere?
Seine Antwort fällt eindeutig aus: „Bildung, und in diesem Kontext insbesondere die Weiterbildung ‚Bäderbetriebsmanagement“, ist selbstverständlich ein Türöffner für viele berufliche Möglichkeiten.“
Allerdings betont er auch, dass ein erfolgreicher Karriereweg nicht allein von Abschlüssen abhängt. Engagement, Einsatzbereitschaft, persönliche Entwicklung, fördernde Wegbegleiter:innen und manchmal auch etwas Glück seien ebenso entscheidend. Dennoch ist er überzeugt: „Ohne die Menschen, die an mich geglaubt haben, und die stetigen Fort- und Weiterbildungen wäre ich heute nicht dort, wo ich bin.“
„Die Bademeister-Chroniken“: Wenn der Berufsalltag zum Roman wird
Dass der Bäderalltag neben Managementaufgaben auch reichlich Stoff für unterhaltsame Geschichten bietet, beweist der Bädermanager mit seinem Buch „Die Bademeister-Chroniken“.
Die Idee dazu entstand bereits 2012, als er noch als Rettungsschwimmeraushilfe in Osnabrück tätig war. Schon damals hielt er kuriose Begegnungen und ungewöhnliche Erlebnisse aus dem Schwimmbadalltag fest. Während der Corona-Pandemie entdeckte er seine alten Notizen wieder und begann, daraus eine zusammenhängende Geschichte zu entwickeln. Entstanden ist ein humorvoller Kurzroman rund um Erwin und Lena im fiktiven Neptunbad Wieseldorf – inspiriert von echten Erlebnissen und natürlich mit einem Augenzwinkern erzählt.
Und welches Vorurteil über Bademeister würde er am liebsten aus der Welt schaffen? „Das wohl größte Missverständnis ist die Vorstellung, Bademeisterinnen und Bademeister würden den ganzen Tag am Beckenrand sitzen, mit Sonnenbrille über das Wasser schauen und gelegentlich als Spielverderber auftreten.“
Tatsächlich sei der Beruf von Technik, Organisation, Sicherheitsmanagement, Personalführung und dem täglichen Umgang mit Menschen bestimmt. Das Schwimmbecken sei dabei häufig nur die sichtbare Spitze des Eisbergs. Wer wissen möchte, welche unglaublichen, lustigen und überraschenden Geschichten sich darüber hinaus im Schwimmbad abspielen, dem empfiehlt der Autor mit einem Schmunzeln die Lektüre seiner „Bademeister-Chroniken“.
