27.10.2026


Mit 66 noch lange nicht fertig mit Lernen
Ruhestand oder noch einmal neues Wissen erschließen? Für Thomas Jack Wanner war die Antwort schnell klar. Seit vielen Jahren arbeitet der Neurotherapeut, Schmerzspezialist und Trainer an der Schnittstelle von Rehasport, Neuroathletik und Nervensystem. Mit der Weiterbildung zum „Longevity Coach“ am IST erweitert er sein umfangreiches Fachwissen nun um aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse rund um gesundes Altern.
Lebenslanges Lernen als Antrieb
Thomas Jack Wanner hat sich im Laufe seines Berufslebens kontinuierlich weitergebildet. Zu seinen Schwerpunkten gehören unter anderem neurofunktionelle Integration, Neuroathletik, Rehasport, Herzratenvariabilität und Biofeedback. Als er auf die Weiterbildung zum „Longevity Coach“ aufmerksam wurde, hatte er gerade weitere Qualifikationen abgeschlossen.
„Ich stand letztlich vor der Frage, langsam den Ruhestand einzuleiten oder weiterzumachen“, erzählt er. Die Möglichkeit, sich noch einmal intensiv mit einem komplexen neuen Themenfeld auseinanderzusetzen, überzeugte ihn schnell: „Die Chance, das Thema Longevity in einem Gang rundum auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand zu erfassen, musste ich ergreifen.“
Neues Wissen ergänzt langjährige Praxiserfahrung
Viele Aspekte von Longevity spielen in seiner täglichen Arbeit schon lange eine Rolle. Bewegung und Training gehören ebenso dazu wie Regeneration, Stress, Schlaf, Ernährung sowie das Nerven-, Immun- und Herz-Kreislauf-System.
Ein besonderes Augenmerk legt er auf die Funktionsfähigkeit der Mitochondrien. Das Thema beschäftigt ihn unter anderem in seiner Arbeit mit Menschen mit Fibromyalgie, Long Covid oder ME/CFS. Bislang hatte er sich entsprechendes Wissen häufig selbst aus einzelnen wissenschaftlichen Veröffentlichungen zusammengesucht.
Die Weiterbildung hilft ihm nun dabei, diese Erkenntnisse systematisch einzuordnen: „Was ich mir bisher mühsam aus Einzelstudien zusammengesucht habe, ist hier sehr gut eingeordnet und strukturiert für die Praxis anwendbar.“
Leistungssport und Reha zusammendenken
Thomas kommt selbst aus dem Leistungs- und Wettkampfsport. Diese Erfahrungen prägen seine Arbeit bis heute. Methoden aus dem Leistungssport überträgt er auf die Rehabilitation – Erkenntnisse aus der Reha fließen wiederum in das Training von Athlet:innen ein. „Sport, Training und Bewegung sind das, was wir am besten können. Wir adaptieren bewährte Methoden aus dem Leistungssport in die Reha und auch andersherum“, erklärt er.
Dabei betreut er in seiner Praxis ganz unterschiedliche Menschen. Zu seinen Sportler:innen zählen Deutsche Meister:innen, Europa- und Weltmeister:innen. Gleichzeitig arbeitet er im Rehasport mit Menschen, für die Training ein entscheidender Faktor sein kann, um möglichst lange mobil und selbstständig zu bleiben.
Genau darin liegt für ihn auch die Verbindung zum Thema Longevity: Es geht nicht allein darum, ein möglichst hohes Alter zu erreichen, sondern darum, die eigene Gesundheitsspanne zu verlängern und Lebensqualität zu erhalten.
Verstehen, warum etwas wirkt
Neue Erkenntnisse aus der Weiterbildung integriert der Schwäbisch Gmünder direkt in seine bestehende Arbeit. Entscheidend ist für ihn dabei nicht nur, seinen Kund:innen Übungen oder Maßnahmen an die Hand zu geben. „Ich bin der Überzeugung: Je mehr die Menschen verstehen, warum man etwas tut und welche Wirkungen durch Maßnahmen erzeugt werden können, umso erfolgreicher wird es am Ende sein.“
Bewegung, Regeneration, Stress, Ernährung und Schlaf betrachtet er deshalb nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit dem Nerven-, Immun- und Herz-Kreislauf-System. Die Longevity-Weiterbildung liefert ihm dafür zusätzliche wissenschaftliche Zusammenhänge und neue Impulse.
Gesund älter werden – auch persönlich
Ein eigenständiges Beratungsangebot ausschließlich zum Thema Longevity plant Thomas derzeit nicht. Vielmehr ergänzt das Wissen seine bestehenden Tätigkeitsfelder.
Das Thema beschäftigt ihn inzwischen aber auch aus einer ganz persönlichen Perspektive. Im November wird er 67 Jahre alt und möchte noch lange beruflich aktiv bleiben. „Die Vermittlung von Longevity im Sinne von Healthspan – also möglichst lange selbstständig und nicht gebrechlich zu sein – gehört schon lange zu meinem erklärten Ziel“, sagt er. „Die Weiterbildung verändert meine Ausrichtung vor allem insofern, dass es mich persönlich auch konkret betrifft.“
Was er heute lernt, gibt er damit nicht nur an andere weiter. Er wendet es auch auf sein eigenes Älterwerden an. Ruhestand? Für Thomas Jack Wanner ist der offenbar noch lange kein Thema.
