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15.07.2026

Nadine Schoregge
Nadine Schoregge

Von der Eventbranche zum systemischen Coaching

Über zwei Jahrzehnte lang organisierte Nadine Schoregge internationale Tourneeproduktionen, betreute Artist:innen und sorgte hinter den Kulissen dafür, dass jedes Detail stimmte. Die Corona-Pandemie wurde für die Ballettpädagogin und Eventmanagerin zur beruflichen Zäsur – und zum Ausgangspunkt für eine neue Laufbahn. Heute arbeitet sie als systemische Coachin, Lehrbeauftragte und Expertin für Prävention und Gesundheitsförderung.

Der Einstieg in die Veranstaltungsbranche begann für Nadine vor rund 25 Jahren im PR Büro Schoregge ihres heutigen Mannes. Dort lernte sie das Eventmanagement von der Pike auf – von der Praktikantin bis zur leitenden Funktion.

Gemeinsam etablierte das Ehepaar den Chinesischen Nationalcircus in Europa und präsentierte die Produktion bis 2019. Nadine verantwortete dabei zahlreiche organisatorische Abläufe: von Hotelbuchungen, Visa und Versicherungen bis zur Betreuung der Crew und der Nachbereitung der Tourneen. „Ich war sozusagen der Joker der Produktion.“

Besonders hat sie die Vielfalt ihrer Aufgaben und die Arbeit mit Menschen geschätzt. Deren Entwicklung rückte im Laufe der Zeit immer stärker in ihren Fokus.

Eine Branche im Ausnahmezustand
Mit Beginn der Corona-Pandemie kam die Veranstaltungswirtschaft nahezu vollständig zum Erliegen. Produktionen wurden abgesagt, Aufträge fielen weg und langfristige Planungen waren kaum noch möglich. Auch das Familienunternehmen war unmittelbar von den Einschränkungen betroffen.

Die Münsterländerin reagierte zunächst mit einer Weiterbildung zur Hygienebeauftragten im Veranstaltungswesen. Anschließend holte sie die Ausbildung zur Eventmanagerin nach. Obwohl sie zu diesem Zeitpunkt bereits rund 20 Jahre Berufserfahrung gesammelt hatte, war ihr ein formaler Abschluss wichtig. 

Das Lernen eröffnete ihr zugleich eine neue Perspektive. Sie beschäftigte sich mit der Frage, wie sie ihre berufliche Erfahrung künftig einsetzen und um weitere Kompetenzen ergänzen könnte. Dabei nahm sie auch die zunehmenden psychischen Belastungen innerhalb der Veranstaltungsbranche wahr. Erschöpfung, Existenzängste, Burnout und Depressionen wurden im beruflichen Umfeld immer präsenter. „Ich habe mich gefragt, wie ich diese Krise als Chance nutzen kann und wie ich Menschen professionell dabei unterstützen kann, gesund und leistungsfähig zu bleiben.“

Schritt für Schritt zum eigenen Coachingprofil

Den Ausgangspunkt für die berufliche Neuorientierung bildete eine zweijährige Ausbildung zum systemisch-lösungsorientierten Business Coach. Darauf folgten die IST-Qualifikationen Resilienztraining, Entspannungstraining, Schlafcoaching und Ernährungsberatung.

Auch die Weiterbildung „Gesunde Führung“ fügte sich konsequent in dieses Profil ein. Denn für Nadine hängt die Gesundheit von Mitarbeitenden eng mit der Art zusammen, wie Verantwortung übernommen, kommuniziert und zusammengearbeitet wird.

Mit jeder Qualifikation wuchs ihr Tätigkeitsfeld. Unternehmen fragten sie für Workshops und Coachings an, zudem übernahm sie einen Lehrauftrag an der Fachhochschule Dortmund. Dort vermittelt sie systemisch-lösungsorientiertes Coaching in der Sozialen Arbeit sowie Wissen zu Stressmanagement und Burnout-Prävention.

Coaching zwischen persönlicher Entwicklung und Arbeitswelt
Heute führt die 49-Jährige mit „Mission Possible Coaching“ eine eigene Praxis. Sie begleitet Privatkund:innen bei persönlichen und beruflichen Veränderungen und arbeitet mit Unternehmen sowie öffentlichen Verwaltungen zusammen. Zu ihren Aufgaben gehören Führungskräftecoachings, Workshops und die Moderation von Workshoptagen. 

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit mit weiblichen Führungskräften. Gleichzeitig baut sie den Bereich „Menopause-Coaching“ aus. Damit möchte sie Frauen vor und während der Wechseljahre fundiert begleiten und eine Lebensphase stärker in den Blick nehmen, die im beruflichen und gesellschaftlichen Kontext häufig noch zu wenig berücksichtigt wird.

Darüber hinaus kooperiert sie mit dem Bildungsinstitut Soziales und Gesundheit und entwickelt ihr Angebot in der Erwachsenenbildung kontinuierlich weiter. „Es begeistert mich, wenn Menschen neue Perspektiven entwickeln, eigene Ziele formulieren und wieder Vertrauen in ihre Fähigkeiten gewinnen.“

Ihre verschiedenen Weiterbildungen betrachtet sie dabei nicht als voneinander getrennte Qualifikationen. Je nach Anliegen verbindet sie Methoden aus dem Coaching mit Erkenntnissen aus Stressprävention, Entspannung, Schlaf, Ernährung oder Führung. So kann sie ihre Begleitung individuell auf die jeweilige Situation abstimmen.

Flexibles Lernen mit persönlichem Austausch
An ihren vielen IST-Weiterbildungen schätzte Nadine besonders die Möglichkeit, Lernzeiten eigenständig zu organisieren. Sie konnte Inhalte in ihrem eigenen Tempo bearbeiten, Studienhefte mehrfach durcharbeiten und Online-Vorlesungen wiederholt ansehen.

Einen ebenso wichtigen Bestandteil bildeten die Seminartage. Der direkte Austausch und die offene Lernatmosphäre halfen ihr, Methoden praktisch zu erproben und sich auch persönlich weiterzuentwickeln. „In den Seminaren herrschte eine sehr wertschätzende Atmosphäre. Dadurch war ein angstfreies Lernen möglich.“

Die Kombination aus flexiblen Selbstlernphasen und gemeinsamen Seminaren ließ sich gut mit ihrer beruflichen Tätigkeit und den Anforderungen des Familienunternehmens verbinden.

Mit dem Bachelor zum nächsten beruflichen Ziel
Aktuell studiert die Powerfrau auch noch den Bachelorstudiengang „Prävention und Gesundheitsförderung“ an der IST-Hochschule. Damit möchte sie ihr bisheriges Wissen wissenschaftlich vertiefen und die Voraussetzungen schaffen, eigene Präventionsprogramme bei der Zentralen Prüfstelle Prävention einzureichen. Der akademische Abschluss soll zugleich ihre Arbeit als Lehrbeauftragte stärken. Langfristig möchte sie häufiger mit Gruppen arbeiten, ihre Angebote in der Erwachsenenbildung ausbauen und sich noch intensiver in der Hochschullehre engagieren.

Ihr Weg von internationalen Tourneeproduktionen zur Gesundheitsförderung erscheint auf den ersten Blick wie ein grundlegender Richtungswechsel. Tatsächlich zieht sich jedoch ein Thema durch sämtliche berufliche Stationen: die Zusammenarbeit mit Menschen und die Frage, was sie benötigen, um sich weiterzuentwickeln und ihre Fähigkeiten langfristig einsetzen zu können.

Auf diesem Weg wünschen wir Nadine Schoregge weiterhin alles Gute!