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02.05.2017

Bastian Höller sieht Potenzial im betrieblichen Gesundheitsmanagement.

„Wissen baut Vertrauen auf“

Bastian Höller hat es mit Engagement, geballtem Fachwissen und dem richtigen Gespür für unternehmerische Entwicklungsmöglichkeiten schon weit gebracht. Er ist mit 29 Jahren stellvertretender Geschäftsführer eines Therapiezentrums – und hat noch viel vor.

Der Kölner ist direkt nach seinem Studium beim Therapiezentrum Medifit als Assistent der Geschäftsleitung eingestiegen und hat es in kurzer Zeit zum stellvertretenden Geschäftsführer gebracht. Mit Potenzial nach oben. Geholfen haben ihm der Zufall, sein Bachelor- und Masterstudium sowie sein Einsatz und seine Motivation, etwas bewegen zu wollen.

 

Am IST hat er im vergangenen Jahr die Weiterbildung „Betriebliches Gesundheitsmanagement (IHK)“ absolviert. Wir wollten von ihm wissen, wie er das hier erworbene Wissen im Alltag verwertet und inwieweit das Therapiezentrum davon profitiert.

 

Herr Höller, Sie haben Sportmanagement und Sportkommunikation studiert und sind heute Assistent der Geschäftsleitung des Therapiezentrums Medifit in Köln. Wie kam es dazu?

Bastian Höller: Es war immer schon mein Wunsch, Sport zu studieren. Mein Abitur habe ich am Erich-Gutenberg-Berufskolleg gemacht, weil man dort BWL als Leistungskurs wählen konnte. Der Bachelor in Sportmanagement war somit die optimale Verbindung aus meinen Fähigkeiten und Interessen. In meiner Masterarbeit habe ich einen Business-Plan für ein Gesundheitsfitnessstudio geschrieben. Durch Zufall habe ich meinen jetzigen Chef, Norbert Huppertz, kennengelernt, der mir bei dieser Arbeit wertvolle Informationen zur Verfügung gestellt hat. Wir haben uns von Anfang an sehr gut verstanden. Nach einem kurzen Praktikum dort, habe ich als Assistent der Geschäftsleitung angefangen und bin heute nach fast zwei Jahren stellvertretender Geschäftsführer im Therapiezentrum Medifit Köln.

 

Das hört sich nach einer Bilderbuchkarriere an. Sie haben im vergangenen Jahr die Weiterbildung „Betriebliches Gesundheitsmanagement (IHK)“ am IST-Studieninstitut besucht. Warum?

Höller: Das Therapiezentrum Medifit Köln ist in einem Industriegebiet angesiedelt. Die Behandlungspläne der Therapeuten sind voll und wir möchten expandieren. In unmittelbarer Nähe sind große Unternehmen, darunter Pharmariesen und Medizintechnik-Hersteller mit vielen Mitarbeitern, denen wir unsere Dienstleistungen anbieten möchten. Um mein Wissen über betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) zu vertiefen, habe ich diese Weiterbildung absolviert. Sie war ein sehr guter Einstieg mit komprimierten Grundlageninformationen in dieses Thema. Und es war eine gute Vorbereitung, die eigenen Konzepte den Unternehmen zu präsentieren. Langfristig kann ich mir gut vorstellen, mir ein zweites Standbein als externer Berater für BGM zu schaffen.

 

Wie binden Sie die Erkenntnisse aus der Weiterbildung in Ihren Berufsalltag ein?

Höller: Bisher bieten wir den Unternehmen zunächst eine „bewegte Pause“ an, wobei Physiotherapeuten vor Ort Gesundheitskurse durchführen. Die Erkenntnisse aus der Weiterbildung helfen mir bei der Vermarktung dieser Kurse, die gleichzeitig ein Türöffner in die Unternehmen sind, um externe BGM-Beratung anbieten zu können. Denn durch das erworbene Wissen erkenne ich schnell, wie BGM individuell in den Unternehmen abläuft und wie weit es fortgeschritten ist. Ich durchblicke die Strukturen und finde schneller die richtigen Ansprechpartner, um unsere Dienstleistung anzubieten. Diese spüren schnell, dass ich weiß, wovon ich spreche. Dadurch sind die Chancen höher, auf offene Ohren zu stoßen. Wissen baut Vertrauen auf.

 

Inwieweit profitieren Sie, aber auch Ihr Unternehmen von der Weiterbildung? Erschließen Sie durch Ihr Wissen neue Zielgruppen?

Höller: Wir bieten hauptsächlich Physiotherapie, Osteopathie und medizinische Fitness bei uns im Unternehmen an. Die Kapazitäten auf der Trainingsfläche und in den Behandlungsräumen sind fast aufgebraucht, so dass die benachbarten Unternehmen indirekt eine Expansionsmöglichkeit bieten, indem wir zu den Firmen kommen und deren Mitarbeiter nicht zu uns. Wir möchten aber auch die reine Maßnahmenebene verlassen und unsere strategische Kompetenz ausbauen, um diese Unternehmen auch langfristig an uns zu binden. Durch die Weiterbildung ist damit der erste Schritt getan, um im Rahmen dieses neuen Projekts als kompetenter Ansprechpartner zu agieren.

 

Welche Chancen ergeben sich Ihrer Ansicht nach für Physiotherapeuten, die sich im betrieblichen Gesundheitsmanagement engagieren? Was bringen sie für diesen Job mit? Was fehlt ihnen?

Höller: Die Kombination aus medizinischem Know-how und dem starken Einfühlungsvermögen der Physiotherapeuten ist bereits eine gute Voraussetzung, um an der Schnittstelle zu den Mitarbeitern in einem Unternehmen zu arbeiten. Ihnen fehlen aber oft die betriebswirtschaftlichen Grundlagen, um die Managementprozesse, die im BGM ablaufen, zu „stemmen“. Da wäre die Weiterbildung äußerst hilfreich.

 

Wie stark ist Ihrer Meinung nach die Nachfrage nach betrieblichen Gesundheitsmanagern im Markt?

Höller: Bei vielen mittelständischen Unternehmen im Umkreis vom Medifit ist das betriebliche Gesundheitsmanagement noch nicht wirklich firmenintern verankert. Oft sind es Mitarbeiter aus der Personalabteilung, die sich zusätzlich um das BGM kümmern sollen. Das ist die Chance für Physiotherapeuten, sich entsprechend zu qualifizieren und sich so als kompetente Ansprechpartner zu positionieren. Denn betriebliches Gesundheitsmanagement ist ein großes Thema. Ich denke, dass die Nachfrage nach Spezialisten im BGM weiter steigen wird.

 

Wie sehen Ihre beruflichen Ziele aus?

Höller: Ich kann mir vorstellen, das Medifit zu übernehmen und eine weitere Filiale zu eröffnen. Bis es so weit ist, möchte ich mir ein zweites Standbein als externer Berater für betriebliches Gesundheitsmanagement schaffen. Denn dieses Feld der Gesundheitswirtschaft wächst. Eindeutig.

 

Wir wünschen Bastian Höller alles Gute für seine Zukunft.

Weiter Informationen zur Weiterbildung finden Sie unter „Betriebliches Gesundheitsmanagement (IHK)“.