12.02.2020

Resilienz: Aus „Fehler“ wird „Helfer“

Anfang des Monats ging der erste Kurs „Resilienztraining“ mit einem Seminar zu Ende. Resilienz ist für viele Menschen „esoterischer Kram“. Aber die Absolventen wissen, dass die innere Widerstandsfähigkeit in Krisensituationen eine wichtige Ressource ist, um mit Problemen und Stress umzugehen.

Claudia Kipper, 51 Jahre alt, kommt aus dem Finanzwesen. Die ehemalige stellvertretende Filialdirektorin arbeitet heute in der Qualitätskontrolle einer großen Sparkasse. Auch, wenn der Zusammenhang zwischen Finanzwelt und der Motivation, sich in Achtsamkeit und Widerstandskraft zu üben, nicht sofort ersichtlich ist, kann Kipper den aber sofort herstellen. „Resilienz ist unser seelisches Immunsystem. Ich vergleiche Resilienz gerne mit einer Wippe-Dippe-Tasse, die meine Tochter als Kleinkind hatte. Wenn diese Tasse zu kippen drohte, richtete sie sich durch das vorhandene Gewicht im Boden immer wieder auf. Die Tasse konnte somit nicht umkippen. Übersetzt bedeutet dieses Bild, dass die Themen und Herausforderungen, die jeder von uns im beruflichen und privaten Umfeld zu bewältigen hat, uns in Bewegung bringen. Manche Ereignisse sind heftig und können uns fast zum Umfallen bringen. Durch die in uns wohnenden resilienten Eigenschaften ist es uns jedoch möglich, uns immer wieder aufzurichten und zuweilen gestärkt aus den Phasen bzw. Krisen hervorzugehen. Und das spielt doch gerade im Beruf eine wichtige Rolle.“

Kipper weiß nicht nur aus ihrer beruflichen Erfahrung, dass Wünsche, Bedürfnisse und Ziele auch mit finanziellen Ressourcen zusammenhängen. „Ich denke, in unser aller Leben spielen finanzielle Aspekte eine Rolle. In welchem Ausmaß, das ist so individuell wie wir Menschen individuell sind. Wenn es einem Menschen Claudia Kipperein Bedürfnis ist, später ein Auskommen im Alter zu haben, kann er sich heute Gedanken machen, was er dafür tun kann, um dieses Ziel zu erreichen“, erläutert Kipper. „Wichtig ist also das Wahrnehmen dessen, was einem wichtig ist und das Vertrauen, dass man fähig ist, realistische Ziele zu erreichen. Für mich hat das eindeutig mit innerer Stärke zu tun.“

Frank Göcke ist Maschinenbau-Ingenieur und im Bereich der Maschinensicherheit und technischen Dokumentation tätig. Er sieht in unserer schnelllebigen Welt die Notwendigkeit, „auch einmal innezuhalten und Achtsamkeit zu üben, um Dinge wieder bewusst wahrzunehmen. Und wenn man sich damit einmal ein wenig auseinandersetzt und entsprechende Maßnahmen in seinen Alltag einbaut, merkt man sehr schnell die positive Wirkung.“ Göcke hat die Weiterbildung „Resilienztraining“ in erster Linie für sich selbst besucht.

Frank Göcke„Das Wissen aus der Fortbildung kann mir persönlich helfen, in stressigen Situationen ruhiger zu bleiben, besser den Überblick zu behalten und somit Fehler zu vermeiden“, erläutert der 49-Jährige. „Darüber hinaus werden die Erkenntnisse vorrangig in meiner nebenberuflichen Tätigkeit als Fitnesstrainer zum Tragen kommen.“ Denn der Maschinenbauer hat am IST bereits mehrere Weiterbildungen absolviert. Darunter „Medizinisches Fitnesstraining“, aber auch „Ernährungsberater“. „In den Weiterbildungen ‚Medizinisches Fitnesstraining‘ und ‚Rückentrainer‘ habe ich u.a. gelernt, Menschen mit orthopädischen Beschwerden zu trainieren. Häufig sind aber Rückenbeschwerden unspezifisch. Ein möglicher Grund ist hier Stress. In diesem Fall ist Rückentraining nur bedingt hilfreich. Mit meinem Wissen, wie man die innere Widerstandskraft trainiert, kann ich meine Kunden umfassender betreuen. Auch die Ernährung hat einen Einfluss auf die Resilienz. In der Weiterbildung habe ich gelernt, worauf man bei der Ernährung achten soll, um seine Resilienz zu steigern. Dieses Wissen kann ich in einer Ernährungsberatung weitergeben und umgekehrt Kenntnisse aus der Ernährungsberatung auch im Bereich des Resilienztrainings nutzen.“

Resilienz ist jedem Menschen zu eigen, mal mehr, mal weniger ausgeprägt. Sie ist wichtig und kann effizient trainiert werden. Wer also für berufliche Stresssituationen gerüstet oder aber für die persönliche Weiterentwicklung etwas tun möchte, ist in diesem Kurs genau richtig. Claudia Kipper findet zum Abschluss des Kurses noch ein paar schöne Worte: „Ich finde es wichtig, auf die Stärke zu setzen, statt in den Schwächen und Misserfolgen zu wühlen. Nach vorne zu schauen statt zu jammern, was in der Vergangenheit – die eh nicht zu ändern ist – schiefgelaufen ist und dort stecken zu bleiben. Aus Lebenserfahrungen - manche nennen es Fehler - zu lernen. Mit umgebauten Buchstaben ergibt sich aus dem Wort „Fehler“ das Wort „Helfer“. Und genau das sind unsere Lebenserfahrungen. Helfer auf dem weiteren Lebensweg und Wegweiser, in welche Richtung ein Leben weitergeführt werden will.“

Alle Informationen zu diesem Kurs finden Sie hier.