08.10.2020

„Es ist schön, Menschen zu einem gesunden Leben zu inspirieren.“

Ihr Tag müsste definitiv mehr als 24 Stunden haben: Jana Lihl arbeitet tagsüber als Familienmanagerin und Fitnesstrainerin und widmet sich nachts ihren Weiterbildungen – zumindest manchmal. Wir stellen diese Powerfrau vor.

Die 34-jährige Langenfelderin ist eigentlich studierte Diplom-Verwaltungswirtin. Aber ihre Begeisterung für Fitness hat sie dieses Hobby zum Zweitberuf machen lassen. Der macht ihr wiederum so viel Spaß, dass sie dieses berufliche Standbein mit viel Energie und Enthusiasmus ausbaut. Wir staunen über so viel Einsatz.

Frau Lihl, Sie arbeiten eigentlich beim Kreis als Diplom-Verwaltungswirtin. Was können wir uns darunter vorstellen?
Jana Lihl:
Nach dem Abitur habe ich eine duale Ausbildung bei der Kreisverwaltung Mettmann für die Laufbahn des gehobenen Dienstes absolviert. Im Anschluss habe ich lange Jahre in der Sozialverwaltung gearbeitet, zuletzt unter anderem als Leiterin der Unterhaltsheranziehung nach dem Sozialgesetzbuch (SGB XII). Also alles sehr juristisch und als klassische Schreibtischtäterin.

Hört sich in unseren Ohren ein bisschen trocken an. Aber Sie bringen ja nebenbei als Fitnesstrainerin Schwung in Ihr Leben und das Ihrer Kunden. Wie sind Sie an diesen Nebenjob gekommen?
Lihl:
Schon seit meiner Schulzeit bin ich ein großer Fan von Group-Fitness und habe in verschiedenen Fitnessstudios begeistert und regelmäßig die angebotenen Kurse besucht. 2011 suchte mein damaliges Fitnessstudio in Langenfeld Verstärkung für das Trainerteam und ich habe gemeinsam mit zwei Freundinnen die Ausbildung zur Group-Fitnesstrainerin am IST absolviert. Von da an habe ich zunächst nebenberuflich im Studio verschiedene Kurse wie Workout und vor allem Step Aerobic unterrichtet und mit der Zeit auch angefangen, auf selbständiger Basis für andere Studios zu arbeiten.

In Ihrem Hauptjob als Verwaltungswirtin gönnen Sie sich aktuell aber eine Pause.
Lihl (lacht):
Pause? Ja, kann man so nennen: Seit drei Jahren bin ich in Elternzeit.

Scherz beiseite. Von Pause kann bei Ihnen ja gar keine Rede sein. Auch in Elternzeit geben Sie weiterhin Fitnesskurse. Sind Sie mit Ihren Aufgaben als Familienmanagerin nicht ausgelastet?
Lihl:
Die Trainertätigkeit war und ist für mich immer der perfekte Ausgleich zum stressigen Job, bzw. heute zum Mama-Alltag. Daher bin ich nach der Geburt meiner Söhne auch immer recht schnell wieder eingestiegen. Und da mein Verwaltungsjob ruht, kann ich die Group-Fitness-Kurse gut und entspannt mit dem Muttersein verbinden.

Stichwort „entspannt verbinden“. Bei einer Fitnessausbildung ist es nicht geblieben. Sie haben auch noch die Weiterbildung Faszientraining A-Lizenz absolviert und durchlaufen gerade die Weiterbildungen zur Yoga-Lehrerin und Ernährungsberaterin. Hört sich nach einer Menge Arbeit an. Da stellt sich tatsächlich die Frage, wie Sie das alles „entspannt“ miteinander verbinden.
Lihl:
Wissen Sie, für mich stellt sich gerade die Frage, wie ich meinen Arbeitsalltag nach der Elternzeit gestalte, bzw. welche Gewichtung Bürojob und meine Selbständigkeit haben werden. Und da ich dank Elternzeit gerade mehr Zeit und Energie in meine Fortbildung investieren kann, habe ich die Weiterbildungen zur Ernährungsberaterin, die Faszientraining A-Lizenz und die Yogalehrer-Ausbildung in Angriff genommen. Alles Themen, die mich schon lange interessieren. Das Wissen aus dem Faszientraining kann ich in alle meine Stunden einfließen lassen und Yoga ist eine Herzensangelegenheit, die ich beim IST und der Dozentin Annette Bach einfach in wunderbaren Händen weiß. Ich freue mich total, bald neben knalligen Step-Stunden und schweißtreibenden Workouts auch fließende Yogastunden unterrichten zu können.

Wie passt da Ihre Weiterbildung zur „Ernährungsberaterin“ ins Portfolio?
Lihl:
Die Ernährungsberatung findet da auf den ersten Blick zwar keinen Platz, hat mich aber nicht zuletzt als Mutter immer sehr interessiert. Und da es hierbei keine verpflichtenden Präsenzphasen gab, habe ich die Zeit um die Geburt meines zweiten Sohnes herum genutzt, und die eh wachen Nächte mit neuem Wissen gefüllt.

Hut ab! Sie müssen unfassbare Energiereserven haben. Aber das neue Wissen behalten Sie doch nicht etwa für sich?
Lihl:
Natürlich nicht. Zurzeit erstelle ich kleinere Ernährungsanalysen und teile mein Wissen gerne mit den Menschen, die mich aus den Group-Fitness-Kursen kennen und mir auf Instagram folgen. Perspektivisch kann ich mir aber sehr gut vorstellen, diesem Bereich im Rahmen meiner Selbstständigkeit eine größere Bedeutung einzuräumen. Es ist einfach schön, durch diese Ergänzung den Menschen, mit denen ich in Bewegung bleibe, noch mehr Inspiration und Hilfestellung für ein gesundes Leben mitzugeben.

Für wen ist die Weiterbildung „Ernährungsberater/-in“ aus Ihrer Sicht geeignet? Doch nicht nur für junge Mütter, die ihre wachen Nächte füllen müssen, oder?
Lihl (lacht):
Für die natürlich auch. Nein, im Ernst: Ich würde diese Weiterbildung uneingeschränkt jedem empfehlen, der sich für die Themen Ernährung, Selbstfürsorge und Selbstversorgung oder auch schlichtweg Leistungsbereitschaft des Körpers interessiert. Immer wenn wir im Fitnessbereich ganzheitlich mit Menschen arbeiten und ihnen wirklich weiterhelfen wollen, kommen wir an der Ernährung nicht vorbei.

Wissen Ihre Kunden Ihr Engagement und Ihren Wissensdurst eigentlich zu schätzen? Könnten Sie es sich nicht auch viel einfacher machen?
Lihl:
Könnte ich natürlich. Aber in der großen Fitness- und Gesundheits-Branche ist es immer von Vorteil, wissenstechnisch gut aufgestellt zu sein und sein Portfolio zu erweitern. Ich denke daher schon, dass meine Auftraggeber meine guten Ausbildungen und mein relativ breites Wissen schätzen, auch wenn ich für sie nicht unmittelbar alles anbiete. Allein die Tatsache, dass ich meinem Kunden auch neben dem reinen Training als Ansprechpartnerin für verschiedene Gesundheitsthemen zur Seite stehen kann, ist für mich wichtig. Für mich macht das den entscheidenden Unterschied zwischen einem guten Trainer und einer Fitness-DVD aus.

Sie sind ja nun wirklich eine IST-Expertin – bei den vielen Weiterbildungen, die Sie bei uns absolviert haben und noch durchlaufen. Ihr Fazit?
Lihl:
Ich war mit allen Weiterbildungen des IST sehr zufrieden. Die Inhalte waren praxisnah und aktuell, die Skripte übersichtlich aufgebaut und verständlich verfasst. In dieser besonderen Lebensphase, in der ich sie absolviert habe, war aber auch die Flexibilität für mich Gold wert.

Eine letzte Frage: Was wünschen Sie sich für die Zukunft – beruflich?
Lihl:
Ich würde auf jeden Fall gerne den Bereich des prä- und postnatalen Trainings noch in meinem Portfolio ergänzen und möchte auch weiterhin meine „Sporties“ mit fundiertem Wissen begleiten können. Und um dieses Wissen immer auf dem Laufenden zu halten, findet sich im Fortbildungskatalog der IST immer wieder was …

Vielen Dank für das Gespräch!